We need Coffe | Coffee Cologne

Kaffee-Festivals

Die Specialty Coffee Szene tritt mit unterschiedlichen Events immer mehr in die Öffentlichkeit. Die von der Specialty Coffee Association (SCA) organisierten Meisterschaften sind – für den Einsteiger – natürlich etwas speziell. Mich haben sie anfangs auch ziemlich überfordert. Aber genau hier kommen Coffeefestivals ins Spiel. Mittlerweile gibt es diese Veranstaltungen im In- und Ausland, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. In Deutschland gibt es beispielsweise das Berlin Coffee Festival, dieses Jahr haben aber auch Hamburg und Köln nachgezogen.

We need Coffee

Ende März fand in Köln zum ersten Mal eine Art Kaffeefestival statt. ‚Art‘, weil die Veranstaltungen nicht gebündelt an einem Ort stattfanden, sondern in der ganzen Stadt verteilt. Das Programm richtete sich vor allem an ‚Neulinge‘ und Interessierte auf dem Gebiet Kaffee bzw. Spezialitätenkaffee. Anders als etwa in Berlin und Hamburg gab es weniger ’spezielle‘ Veranstaltungen wie Cuppings, Kurse und Workshops. Dafür waren aber beinahe alle Events kostenfrei und es erforderte kein Eintrittsticket.

Besucht habe ich vor allem die Tastings und Workshops in den Kölner Specialty Coffee Läden:

Tasting bei Ernst Kaffeeröster

Der Start am Morgen fiel bei Ernst in der Kölner Südstadt. Immer eine tolle Anlaufstelle für guten Kaffee! In der Kaffeebar erhaltet ihr zwischen schönstem Industriedesign Kaffee aus der eigenen Rösterei, Espresso und Filter in unterschiedlichen Brühmethoden (V60, Aeropress, Syphon) als auch Specials wie Nitro oder Espresso-Tonic.

Für die Coffee Cologne gab es unterschiedliche Tastingsets: einmal einen single origin in drei verschiedenen Zubereitungsmethoden (Nitro, Espresso, Filter) und einmal drei verschiedenen Röstungen als Filter zubereitet.

Bei solchen Kaffee Veranstaltungen lohnt es sich auf jeden Fall jemanden im Schlepptau zu haben, mit dem man sich durchprobieren kann. Sonst vergisst man schnell, wie viel Kaffee man schon so über den Tag verteilt getrunken hat 😉

Blind Cupping bei Schamong

Schamong ist die älteste Kaffeerösterei in Köln. Auch wenn diese Einleitung nicht nach Third Wave klingt, hat Schamong einiges an Spezialitätenkaffee zu bieten.

Als besonderes Highlight gab es ein ‚blind cupping‘. Ein cupping könnte man auch mit einem tasting vergleichen: Kaffee wird (ungefiltert) auf seine Geschmacksnoten hin beurteilt.

‚blind‘ nennt man das Ganze, wenn man nicht weiß, welchen Kaffee man gerade probiert. Für Anfänger (und ich erinnere mich nur zu gut an mein erstes cuptasting im Kaffe Hörna) ist es erst einmal egal, welche Noten man rausschmeckt. Es geht viel mehr darum zu verstehen, wie vielfältig Kaffee überhaupt schmecken kann.

Bei Schamong kamen sechs Kaffees auf den Tisch und jeder sollte das Ursprungsland notieren, danach wurde aufgelöst. Bei zwei Kaffees war ich mir sehr sicher: Kolumbien (typisch fruchtig süß und – weil es mein Lieblingsherkunftsland – oft in meiner Tasse zuhause) und Äthiopien (diese Kaffees schmecken meist floral und etwas nach Tee). Der Rest war geraten…für einen Gutschein hat es am Ende trotzdem gerreicht 😀

Bei solchen blind cuppings ist meist auch ein wirklich schlechter Kaffee (durch Röstung, Defekte o.Ä.) dabei. Das führt entweder zu einem großen Aha-Effekt für Neulinge oder zu Gesichtsentgleisungen bei Gourmets 😉

Röstereiführung / Vorträge bei Heilandt

Der Clou bei solchen Kaffee Events ist sich gut darauf vorzubereiten und das Programm genau zu lesen. Habe ich leider nicht und deshalb eine der beiden Röstereiführungen bei Heilandt verpasst.

Heilandt hat an mehreren Standorten in Köln Cafés und bietet Spezialitätenkaffee mit Fokus auf Qualität aber auch Transparenz an. Zur Coffee Cologne gab es deshalb Tasting-Spiele in den Cafés und einen Vortrag zum Thema Direct Trade.

Filterkurs und Limonaden-Verkostung bei Woyton

Woyton stammt eigentlich aus der verbotenen Stadt Düsseldorf (vielleicht nennt es sich deshalb im Untertitel ganz diplomatisch Woyton Rheinland), hat es aber dennoch zu mehreren Läden in Köln geschafft.

Im Rahmen der Veranstaltung gab es die Möglichkeit, Limonaden aus Rohkaffee von Selo zu verkosten.

Der Schwerpunkt lag aber auf Filterbrühmethoden. Die Workshops gab es beinahe im Stundentakt über den gesamten Tag verteilt. Erläutert wurden das Brühen mit dem V60* von Hario und der Aeropress*.

Gerade als Anfänger hätte ich mir damals so einen Workshop gewünscht. Die sind nämlich in Kaffeeschulen teilweise sehr teuer, die Gruppen sind größer und vielleicht passt der eigene Kenntnisstand nicht zum Angebot. Bei Woyton waren die Gruppen sehr klein und es konnte individuell nachgefragt werden. Filterkaffee zu brühen ist wirklich eine Kunst und es gibt so viel zu beachten: Wasser, Mahlgrad, Methode und und und. Der Austausch mit erfahrenen Leuten hilft da einfach am Besten!

Danach gab es für mich eine kurze Pause und Treffen mit anderen Kaffeeverrückten, denn: davon gibt es ganz schön viele. Und wie bei so vielen Dingen macht nichts mehr Spaß als sich über seine Leidenschaft mit anderen auszutauschen.

Van Dyck

Zum Abschluss ging es noch zu Van Dyck. Überrascht war ich erstmal von dem Interieur: das Café in der Körnerstraße ist nämlich in einem ehemaligen Friseursalon beheimatet und das Konzept ist beibehalten worden.

Das gesamte Sortiment bei Van Dyck ist fair trade und stammt aus biologischem Anbau.

Als besonderes Schmanckerl gab es Coffee in good Spirits.
Keine Esoterikveranstaltung, sondern: Kaffee gemixt mit Alkohol. Oder Coffee Cocktail. Auch mal signature drink. Die Namen variieren, das Prinzip bleibt.
Ich konnte einen Cold Drip mit Gin und Tonic probieren.

Es war zwar nicht wie angekündigt ein Workshop (lag aber vielleicht auch daran, dass ich eine Stunde vor Schluss kam), sondern eine Verkostung. Serviert wurde der Mix mit einem Cold Drip aus Äthiopien, der den Cocktail schön fruchtig machte.

Alles in allem kann ich jedem den Besuch eines solchen Kaffee Events empfehlen und habe vor allem einen Tipp: fragen.

Wenn euch die Materie interessiert, ihr aber keine Ahnung habt, was ‚bloomen‘, ‚cupping‘ oder ‚inverted method‘ mit Kaffee zu tun haben sollen: das hatten am Anfang alle nicht.
Und schon seid ihr mittendrin, in der Welt des Spezialitätenkaffees!

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someonePrint this pageShare on LinkedIn

Du magst vielleicht auch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*