Berlin Specialtycoffee Guide #2

Noch im gleichen Jahr, als ich angefangen habe mich für Spezialitätenkaffee zu beschäftigen, habe ich ein paar Läden in Berlin aufgesucht. Einige davon, z.B. Leuchtstoff, gehören immer noch zu meinen Lieblingen.

In Berlin gibt es aber natürlich noch jede Menge mehr zu entdecken und deshalb ging meine zweite Kaffeetour zu anderen Orten.

Röststätte

Mittlerweile an zwei Standorten, in der Ackerstraße und den Hackeschen Höfen, kommt ihr in den Genuss von Kaffee aus der Röststätte.

Die Rösterei bietet verschieden wechselnde sortenreine Filterkaffees und Espresso Blends an. Bei meinem letzten Besuch standen ganze sechs Sorten zum Brühen zur Auswahl.

     

Ich habe mich kurz durch einen der Barista beraten lassen und mich, wie soll es auch anders sein, für einen Kaffee aus Burundi entschieden 😉 Ein süßer und leicht blumiger Kaffee, der sich bei dem tollen Wetter Mitte Februar perfekt auf den Stühlen vor dem Café genießen ließ.

Was die Röststätte auch anbietet sind Kaffeeschulungen: es gibt verschiedene Workshops mit Cuppings, Latte Art und Baristawissen. Frühe Buchung ist allerdings angesagt, denn die Termine sind schnell voll.

Ben Rahim

Wer schon einmal in den Hackeschen Höfen war, kennt das Problem: es braucht ein wenig, bis man genau den Laden findet, wo man hin möchte.

Und wenn man nicht richtig aufpasst, könnte man fast an Ben Rahim vorbei laufen. Das sollte man aber unbedingt vermeiden, denn: in dem kleinen Café wird bester Spezialitätenkaffee mit arabischem Flair serviert. Der Kaffee kommt von Square Mile Coffee Roasters in London.

Es gibt Filterkaffee aus dem V60, Espresso, Flat White aber vor allem Kaffee aus dem Ibrik/Cezve. Die traditionelle Zubereitungsmethode, bei der das komplette Kaffeemehl ungefiltert im umgangsprachlich bezeichneten ‚Moccakännchen‘ gekocht wird, ist in der Third Wave Bewegung zwar schon lange angekommen (nächste Wochen finden übrigens die ersten deutschen Meisterschaften dazu statt), aber als Brühmethode im Ausschank sieht man es noch sehr selten. Auf Rückfrage erklärt euch der Barista auch ganz genau, worauf es bei der Zubereitungsmethode ankommt!

     

Sowohl innen als auch außen ist es übrigens super gemütlich: mit orientalischem Dekor und einem Stück (teilweise veganen) Kuchen oder arabischem Gebäck, lässt sich bei Ben Rahim lange aushalten. Übrigens gibt es auch Nitro Kaffee und wechselnde (Ibrik) Cocktails, z.B. Rose Kardamom Latte oder Ibrik Tonic. Definitiv ein zweiter Besuch im Sommer wert!

Chapter One Coffee

In Kreuzberg gibt es natürlich unglaublich viele tolle Cafés. Neu für mich war Chapter One Coffee, das ich aufgrund einer Empfehlung aufgesucht habe.

Auf den ersten Blick wirken die kahlen Wände und der Fliesenboden mit einem bunten Potpourri wie ein ‚klassischer‘ Laden in Kreuzberg….würden da nicht direkt auf der Theke die drei Syphon Zubereiter und daneben eine Marzocco aus der Leva-Serie stehen.

     

Daneben gibt es natürlich auch Filterkaffee aus dem V60 oder Aeropress, zu wärmeren Temperaturen auch Colddrip. Das Angebot an Filterkaffee ist ziemlich groß (wenn ich mich recht erinnere waren es bei mir insgesamt sechs) und wird teilweise durch Gastkaffees abgedeckt. Mein Yirgacheffe aus dem Syphon war richtig gut und sehr fruchtig. Da ich bisher nur einmal bei der Syphon Zubereitung zusehen konnte, hat mir Gian genau erklärt, was da gerade passiert. Hier könnt ihr (ab 2:30 min) einen kleinen Eindruck gewinnen.

Buenavida Coffee Club in Potsdam

Im Getümmel der Großtstadt vergessen viele, dass direkt neben Berlin eine ebenfalls auf ihre eigene Art atemberaubende Stadt liegt: Potsdam.

Natürlich ist es kleiner. Und beschaulicher. Und keineswegs hip. Aber: wunderschön. Altbauten noch und nöcher und ein Schlosspark, bei dem Neuschwanstein einpacken kann.

Und was noch? Buenavida Coffee Club. Meine drei Morgen in Potsdam habe ich dort verbracht.

Buenavida röstet selbst und bietet single origin Filter- und Espressoröstungen. Das Café direkt neben der St. Peter und Paul Kirche ist vor allem in den Morgenstunden traumhaft, wenn das Sonnenlicht auf den großen Holztisch in der Mitte fällt.

Oder ihr schnappt euch eine Tasse und setzt euch auf die Außenbank und genießt ein noch ofenwarmes Franzbrötchen zu einer Tasse herrlicht süßem Ambaw aus Äthopien.

Im Café könnt ihr die einzelnen Röstungen auch kaufen sowie einiges an Kaffeequipment. Außerdem bietet Buenavida Kaffeekurse an: zu erstaunlich humanen Preisen. Diese Bodenständigkeit scheint auch ein Grundkonzept zu sein: Spezialitätenkaffee, aber ohne Chichi.

Mal sehen, in welche tollen Berliner (oder Potsdamer) Kaffeeläden es mich beim nächsten Mal verschlägt.

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