Leiden & Delft

Viele Niederlandebesucher konzentrieren sich auf die großen Städte Amsterdam, Utrecht und Den Haag. Die sind natürlich alle auf ihre eigene Weise sehenswert, aber auch kleinere Städte wie Leiden und Delft sind wunderschön und dazu nicht so sehr von Touristen überlaufen.

Delft

Selbst wer sich für Kunst wenig interessiert oder auch nicht viel Zeit für Delft eingeplant hat, sollte sich unbedingt das Grabmal Wilhelms von Oranien ansehen.

Der Statthalter ist für die Geschichte des Landes deshalb so wichtig, weil unter seiner Führung der Aufstand gegen die spanische Vorherrschaft im 16. Jahrhundert begann, der letzten Endes im 17. Jahrhundert in der Unabhängigkeit der Niederlande mündete. So viel zur Landesgeschichte ‚in a nutshell‘ 😉

Das Grabmal befindet sich in der Nieuwe Kerk. Sie ist bis heute die Grablege des Hauses Oranien, wo zuletzt 2004 Bernhard zur Lippe-Biesterfeld, Vater von Königin Beatrix, begraben wurde. Das Prunkgrab ist so besonders, weil es nicht nur aus äußerst kostbaren Materialien besteht, sondern auch weil der Bildhauer Hendrick de Keyser Wilhelm gleich zweimal abgebildet hat:liegend als Verstorbener und einmal sitzend als Feldherr, hinter dem die Göttin Fama die Ruhmestrompete bläßt.

     

Unterhalb des Grabmals befindet sich der Grabkeller, in dem alle Statthalter der Niederlande begraben liegen. Noch heute erfolgt die Bestattung nach den Traditionen des 17. Jahrhunderts: in einer Kutsche wird der Leichnam vom Paleis Nordeinde in Den Haag zur Bestattung nach Delft gebracht.

Übrigens kann man mit dem Ticket auch die Oude Kerk besichtigen, die nicht weniger sehenswert ist.

Besonders der Lichteinfall in den Kirchenraum, der (zumindest als ich dort war) nicht bestuhlt ist und daher noch mehr wirken kann, ist atemberaubend.

Außerdem befinden sich dort einige bekannte Grabmäler, etwa zwei bekannter Seehelden, Piet Pietersz Heyn und Maarten Tromp.

Direkt gegenüber der Nieuwe Kerk befindet sich übrigens das ebenfalls wunderschöne alte Rathaus der Stadt. Ganz in der Nähe liegt auch das Restaurant Wildgroei, das ich bei einem nächsten Besuch unbedingt ausprobieren muss.

Leiden

Etwas lebendiger geht es dann wieder zu, wenn man in Leiden unterwegs ist. Schließlich ist die Stadt voller Studenten, die den größten Anwohnerteil ausmachen. Beim Spaziergang vom Bahnhof in die Innenstadt passiert man zuerst eine Windmühle, die Molen de Valk, die heute ein Museum beherbergt.

Delft hat auch einige Museen zu bieten, von denen ich mir aber leider keine ansehen konnte. Ihr könnt aber auch genauso gut an den schönen Grachten vorbeilaufen. Besonders begeistert war ich von der Waag, sowohl von außen, als auch von innen. Darin befindet sich nämlich ein Restaurant, in dem es ‚echt gezellig‘ zugeht und das dazu noch total niedlich mit alten Waagen eingerichtet ist.

Universität

Leiden ist wie gesagt die älteste Uni der Niederlande und auch eine der Größten. Oft begegnet man deshalb Studenten und auch Promovenden, die einen Doktorhut auf dem Kopf tragen oder Fotos mit ihrer Familie vorm Eingang zum Botanischen Garten machen.

Und der ist auch mehr als sehenswert, zumal hier zum ersten Mal Tulpen auf niederländischem Boden gezogen wurden, die im 17. Jahrhundert so beliebt werden sollten. Freien Eintritt hat man in den Garten nicht, aber er lohnt sich wirklich!

Weiterhin gibt es noch das alte Akademiegebäude, in dem heute ein Teil der Verwaltung sitzt.

Koffie

Ich sage ja: da wo es Studenten gibt, gibt es meist auch Specialty Coffee. Trifft auf Groningen zu und eben auch auf Leiden.

Da wäre einmal Borgman Borgman zu nennen. Die Rösterei und Café liegt direkt an den Grachten und man kann direkt am Wasser seinen Kaffee genießen. Im Verkauf gibt es verschiedene Röstungen, einige Filter, aber vor allem Espresso.

     

Mir hat der äthiopische Kaffee mit dem tollen Namen Chelelektu besonders zugesagt. Als Brühmethoden gibt es v60 und Aeropress. Auch verschiedene Kaffeeutensilien gibt es zu kaufen, die man sich bei einem Stück Kuchen oder Snack genauer zu Gemüte führen kann.

Chummy Coffee

Dann gibt es auch noch Chummy Coffee.

     

Ruhig gelegen kann man dort sehr gut einen ganzen Nachmittag verbringen und sich mit dem Besitzer austauschen 🙂

Auch hier gibt es Filterkaffee, Röstungen für Espresso und Filter wechseln wöchentlich. Platz findet jeder, sowohl zum Arbeiten als auch für ein ‚praatje‘.

Zufällig vorbeigelaufen bin ich dann noch an Better Bagels, einer Bagelbäckerei. Es gibt viele verschiedene Sorten und ich muss euch sagen, alle sind phantastisch (man kann einige Sorten probieren und den Damen parallel bei der Herstellung der Bagels zusehen).

     

Es gibt plain, spelt, sesame oder auch Kreationen wie Spinat und getrocknete Tomate. Mein Favorit übrigens.

Mein absolutes Restauranthighlight während meines gesamten Niederlandeaufenthalts war allerdings Hoezo. Das vegetarisch/vegane Restaurant, bei dem sich eine Reservierung empfiehlt, serviert von Burger über Curry bis Kuchen alles, was das Herz begehrt.

Ich hatte Sambal mit Curry, Maniokchips und Pickles. Klingt vielleicht erst mal nach einer außergewöhnlichen Kombi, aber es hat hervorragend zusammen gepasst. Außerdem hätte ich gerne die Köchin entführt, denn alle Komponenten waren super aufeinander abgestimmt: das Curry hatte eine leichte Ingwer und Zitronengrasnote, aber nicht zu viel. Das Gemüse war auf den Punkte genau gegart und die Chips perfekt dünn und cross. Außerdem gab es zu dem Gericht noch wahlweise zwei scharfe Pasten, von denen mich die aus ‚Madame Jeanette‘ besonders überzeugt hat. Das ist eine Chili Sorte, auch bekannt als Suriname Yellow, die zur Familie der Habanero gehört. Ziemlich scharf und kommt fast an die schärfste Chili, Caroline Reaper heran. Wieso ich mich mit Chilisorten auskenne? Das liegt an PikaPika, die echt super scharfe Soßen ohne Geschmacksverstärker herstellen! Werbung Ende ;D

 

 

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