Den Haag en Koffie

Jedes Mal, wenn ich in Den Haag bin, möchte ich nicht mehr weg.
Und immer, wenn mich Niederländer fragen, welche Stadt ich am tollsten finde und Den Haag antworte, ziehen sie die Augenbrauen nach oben. Aber es gibt einfach alles hier, was mir Freude bereitet: alte Gebäude, viel Kultur und Sehenswürdigkeiten, tolle Museen, tolle Voraussetzungen für meine Arbeit, wunderschöne Viertel mit tollen Cafés und Restaurants…und: STRAND. Damit kann weder Utrecht noch Amsterdam mithalten 😉

Viel angesehen habe ich mir vergangenen Herbst nicht. Natürlich war ich im Maurithuis und in der Grote Kerk, aber wieder einmal habe ich es nicht geschafft, mir das Panorama Mesdag anzusehen. Nächsten Sommer!

Auf die Räder, fertig, Kaffee!

Das letzte Mal in Den Haag hatte ich nur zwei Tage, das vorletzte Mal ist schon drei Jahre her. Und da war noch ganz schöne Flaute, was Specialty Coffee anging. Aber das hat sich Gott sei Dank geändert und zwar gewaltig. Nun gibt es dort zwei Cafés, die ich jedem ans Herz legen möchte!

Vorab habe ich aber noch eine andere Empfehlung für euch: Leiht euch ein Rad bei Swapfiets und erkundet so die Stadt.
Nach Aufenthalten in Amsterdam und Utrecht und drei Wochen mit dem Rad in Den Haag kann ich euch sagen: Für Fiets-Neulinge ist die Stadt perfekt. Und dazu zähle ich mich, obwohl ich in Nürnberg ständig fahre. Aber dort gibt es weder viele Fahrradwege, noch viele andere Radfahrer und vor allem keine Mopeds (bromfiets!) oder elektrische Rollstühle auf den Radwegen. Ihr ahnt es: fietsen (ja es gibt ein niederländisches Verb dafür) ist anders als Rad fahren.

In Den Haag fahren alle in gemäßigtem Tempo, lassen einen einfädeln und sind sehr rücksichtsvoll. Das wird euch in Utrecht oder besonders Amsterdam nicht passieren 😉 Eigentlich ist es auch gar nicht so kompliziert: Fahrräder haben oft Vorfahrt, ihr folgt den Fahrradwegen (die in der Regel eine Abbiegungsmöglichkeit bieten) und achtet auf die Radampeln. Das war’s schon! Und als Nicht-Niederländer outet ihr euch u.a., sobald ihr einen Helm tragt, zusammenzuckt, wenn ein Moped über den fietspad fährt (das dürfen sie wirklich) oder nicht wie eine Gazelle auf euer Rad steigt, während ihr es anschiebt (wie machen die das?!).

Tigershark Coffee

Ich bin super gerne mit dem Rad an den Strand nach Scheveningen gefahren, habe einen kurzen Spaziergang gemacht und bin danach zu Tigershark Coffee.

     

Der Laden ist noch recht jung, super gemütlich und man hat direkt das Gefühl, man kommt zu einer eingesessenen Familie.

    

Ich habe eigentlich jedes Mal Leute dort wiedergesehen, die bestimmt öfter dort sind. Es gibt Plätze für kleinere Gruppen, eine Couch zum Entspannen und einen großen Tisch zum Arbeiten. Außerdem gibt es eine kleine Auswahl an Süßwaren sowie Filterkaffee von Shokunin aus Rotterdam. Unbedingt das getoastete Bananenbrot mit Beeren und Joghurt (Sweet Maria) probieren. Und die im Glas versteckten Speculoos!

Gold Bloom

Bei Gold Bloom Coffee in der Reinkenstraat gibt es ebenfalls Filterkaffee und Cappuccino von wechselnden Röstereien, z.B. Friedhats aus Amsterdam oder Caffénation. Ein Mischung lässt das Café auch für sich rösten.

    

Man kann gemütlich auf einem der Sofas Platz nehmen oder an dem großen Tisch und sich durch die Zeitschriften lümmeln.

Dazu gibt es etwas Gebäck, eine Tagessuppe und Bagel von Budapestbagel.

Filtro aka zweites Zuhause

Und das Beste zum Schluss: Meinen Feierabend habe ich hauptsächlich bei Filtro verbracht und mich richtig in den Laden verliebt.

Einfach, weil alles passt: Kaffee- und Essensangebot, Einrichtung, Atmosphäre und ein super sympathischer Besitzer.

Auch hier kann man einfach eine schöne Zeit verbringen oder arbeiten. Es gibt Filterkaffee aus dem Kalita Wave Dripper oder Aeropress von wechselnden Röstereien aus ganz Europa. Es gab Bohnen aus Göteborg von Morgon und aus Kopenhagen von La Cabra. Letztere kannte ich noch nicht. Und ich bin fast ausgeflippt, so gut war der Kaffee 😀

Aber auch Kuchen und Co. können sich sehen lassen- bis auf wenige Ausnahmen alle hausgemacht. Unbedingt den veganen Schoko-Bananenkuchen probieren oder einen Bagel mit Kimchi (auch vegan!) und Räuchertofu. Alles wird frisch aus qualitativ hochwertigen Lebensmitteln und mit viel Sorgfalt zubereitet und das schmeckt man auch. Kaffee kaufen kann man übrigens auch. Leider musste ich mir selbst auf die Finger hauen, weil mein Rucksack schon voll davon war 😉

Man merkt Jack und seinem Team einfach an, dass sie ihre Arbeit lieben. Und das spürt man sofort, sobald man den Laden betritt. Was ich dann auch fast täglich getan habe…

Keine Reise ohne Hummus

Das könnte mein Motto werden! Zufällig durch das schöne Zeeheldenkwartier geradelt und HuMMus entdeckt.

     

Das Restaurant ist noch ganz jung und bietet verschiedene orientalische Gerichte. Dazu gehören Hummus als auch Mezze, Hauptgerichte und Desserts, häufig ergänzt durch ein Tagesangebot.

     

Nicht nur, dass alles super lecker war (und der geröstete Blumenkohl fast NOCH (!) besser als der Hummus), es war auch super gemütlich. Man kann an Tischen sitzen oder auf der Couch und durch das große Fenster dem Treiben auf der Straße draußen zusehen.

Mein Essen war super frisch, bunt, schön angerichtet und ein absoluter Gaumenschmaus.

Ich hoffe ihr zieht es auch mal in Erwägung, neben Amsterdam einen Abstecher nach Den Haag zu machen und verliebt euch ja vielleicht auch so sehr in diese Stadt, wie ich es tat.

Bis bald,
Anna Lisa

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