SCA German Barista Championship

Seit einiger Zeit tauche ich immer tiefer in die Welt des Spezialitätenkaffees ein. Das Ganze hat ziemlich genau vor zwei Jahren mit einem Besuch bei den Brew Brothers angefangen.

Spezialitätenkaffee

Seitdem hat sich viel getan: meinen Melitta-Filter habe ich aus der Küche verbannt, mein Wasserkocher kann mittlerweile Temperatur halten und ich stoppe die Zeit, während ich meinen Kaffee brühe.

Ich lese in meiner Freizeit wieder gerne Bücher*, verbringe auf meinen Reisen etwa so viel Zeit in Museen wie damit Kaffee zu trinken und spare währenddessen auf den Ferrari* unter den Handkaffeemühlen.

Qualität statt Quantität

Ich trinke (und trank) Kaffee nie um wach zu werden. Und seien wir mal ehrlich: die ’normalen‘ Zubereitungsmethoden und Röstungen haben einen so geringen Koffeingehalt, dass eine große Tasse schwarzer Tee ähnliche Erfolge erzielt.

Wer tiefer in diese Kaffeewelt eintaucht, dem wird schnell bewusst, wie viel Erfahrung, Arbeit und Engagement hinter einer guten Tasse Kaffee steckt: von der Auswahl der Bohne, der Röstung bis hin zur Zubereitung.

Nürnberg ist dahingehend auch ziemlich gut aufgestellt, mit Machhörndl, dem Kaffe Hörna und der Roesttrommel. Umso mehr habe ich mich allerdings gefreut, als die German Barista Championship hier stattfand.

German Barista Championship

Wie bei so vielen anderen Interessensgruppen gibt es Zusammenschlüsse, die sich mit dem Thema beschäftigen, Berufsgruppen vertreten, Fortbildungen anbieten, Veranstaltungen organisieren und und und. In diesem Fall ist das die Specialty Coffee Association (SCA).

In Nürnberg fanden die deutschen Meisterschaften, Barista und Latte Art, im Rahmen einer Hotelfachmesse statt. Unter Latte Art können sich einige noch etwas vorstellen, unter Barista meist nicht, denn häufig wird beides gleichgesetzt.

Um solchen Vorurteilen entgegenzuwirken lohnt sich der Besuch einer solchen Veranstaltung wirklich. Ich hatte keine Ahnung was mich erwartet und auch wenn ich mittlerweile mich zumindest minimal mit Spezialitätenkaffee auskenne, war ich total gespannt!

Ich habe mir leider nicht die Latte Art Meisterschaften ansehen können, aber die Barista. Und die waren wirklich beeindruckend 🙂

Jeder Kandidat hat 15 Minuten Zeit und tritt in drei Kategorien an: Espresso, ein Milchgetränk und ein signature drink. Geschmacklich bewertet werden die Getränke durch vier Jurymitglieder, weitere achten aber auch auf die Zubereitung, Präsentation und Sauberkeit. Als wäre das noch nicht genug, liefert der Barista in der kurzen Zeit Informationen zum Kaffee, zur Röstung, zum Geschmacksprofil usw.

Nochmal zusammengefasst: Ihr steht auf einer Bühne, seid aufgeregt, müsst in 15 min 12 Getränke zubereiten, gleichzeitig zielorientiert und sauber arbeiten und dann noch alles kommentieren. Das erfordert nicht nur eine hohe Konzentration, sondern auch bis zu einem halben Jahr Training.

Warum das Ganze

Wem jetzt immer noch schleierhaft ist, warum man so etwas auf sich nimmt: Natürlich gibt es Preise, Anerkennung und der Gewinner qualifiziert sich für die Teilnahme an der World Coffee Championship. Sonst wäre ein Wettkampf ja kein Wettkampf.

Aber das war zumindest bei denjenigen, die ich mir angesehen habe, nicht der einzige Ansporn. Ich habe Baristas erlebt, die für ihren Beruf leben, unglaublichen Spaß an gutem Kaffee haben und das vor allem auch weitergeben wollen. Nach der Performance gab es jeweils noch ein kurzes Interview und dabei wurden Dinge besonders deutlich, die ich persönlich unglaublich wichtig finde: Alteingessesenes hinterfragen, neugierig sein und mehr auf Qualität und Handwerk setzen.

Wenn ihr jetzt auch neugierig geworden seid: Im Juni findet in Berlin die World of Coffee statt. Vielleicht sehen wir uns ja dort 🙂

Bis bald,
Anna Lisa

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