Utrecht

Schon oft war ich in Utrecht, hatte aber nie wirklich Zeit, mir die Stadt länger anzusehen. Unweit der deutschen Grenze gelegen, gehört sie zu den Größten der Niederlande, hat durch den Bahnhof eine super Anbindung an den Fernverkehr und ist Sitz der zweitgrößten Universität des Landes.

     

Altstadt

Die Altstadt von Utrecht ist einfach atemberaubend schön. So vieles ist erhalten geblieben und ihr könnt über Kilometer hinweg alte Straßenzüge bestauen, krumme Giebelhäuschen und bunte Fassaden.

    

Es gibt natürlich auch viele Grachten und vom Bahnhof kommend empfiehlt sich daher ein Abstecher in die Oudegracht, weil ihr dort alles zusammen vereint habt. Dort liegt auch Oudaen, ein befestigtes Bürgerhaus aus dem 13. Jahrhundert.

    

Das Stadtbild prägt aber vor allem eines, das Dom Ensemble.

    

Ensemble deshalb, weil der voneinander getrennt stehende Turm und der gegenüberliegende Teil des Gebäudes natürlich nicht so geplant waren: Im 17. Jahrhundert zerstörte ein Sturm das Mittelschiff und es wurde nicht wieder aufgebaut, weshalb es heute aussieht, als wäre der Turm einzeln gebaut wurden. Übrigens ist der Turm der größte Kirchturm der Niederlande!

An der Nieuwegracht hingegen liegt das Paushuize, ein toller Bau aus dem 16. Jahrhundert. Und zwischen diesen ganzen alten Häuschen finden sich dann noch Art Deco Perlen, über die man nur Staunen kann!

    

Natürlich bestimmt auch die Universität und das Studentenleben die Stadt und ich finde, dass das ganz besonders den Charme von Utrecht ausmacht.

In der Stadt selbst gibt es etwa den Academiegebouw zu bestaunen, der am Domplein liegt. Wunderschön ist die Aula der Universität, die nach Voranmeldung zu besichtigen ist. Sie besteht nämlich aus dem alten Teil der Universität, die im Kapitelsaal des Doms untergebracht war und datiert ins 15. Jahrhundert.

Die Universität selbst liegt in verschiedenen Teilen der Stadt. Da wäre z.B. die Drift zu nennen, ein relativ junger und toller Bibliotheksbau umgeben von historischen Gebäuden.

     

Der größte Unikomplex inklusive Bibliothek, der Uithof, befindet sich allerdings etwas außerhalb der Innenstadt.

Museen

Eine so große Stadt hat auch viele Museen zu bieten und ich empfehle euch zwei, eines ist kein (!) Kunstmuseum.

Im Centraal Museum könnt ihr vor allem Malerei aus verschiedenen Epochen bewundern, unter anderem gibt es einen Sammlungsbestand an ‚Utrechter Caravaggisten‘. Besonders toll fand ich aber das Ausstellungskonzept, dass keiner Chronologie folgt, sondern auch verschiedene Epochen kombiniert. Zu sehen gibt es auch eine Sammlung von Rietveld Objekten.

     

Aus dem Centraal Museum herauskommend könnt ihr dann gleich die Straße überqueren und neben der Häschenfigur durch die Tür eintreten. Dabei handelt es sich nämlich um Nijnte, das sicher jedem bekannte weiße Häschen aus Kinderbüchern von Dick Bruna. Sicher richtet sich das Museum an Kinder, aber ich finde es immer wieder toll, dass es noch so zeitlos erfolgreiche Kinderbücher gibt (die Ersten stammen aus den 1960er Jahren). Nijntje begegnet einem überall in Utrecht, manchmal sogar auch als Ampel 🙂

     

Leider wieder nicht geschafft habe ich es ins Rietveld-Schröderhuis. Das von Gerrit Rietveld entworfene Gebäude gehört zur ‚De Stijl‘ Architektur. Das Haus von 1924 ist sehr klein und kann deshalb nur mit Vorabbuchung in Timeslots besucht werden!

Shopping und Food

Eine der längsten Straßen Utrechts ist der Amsterdamsestraatweg. Dort gibt es alles was das Herz begehrt, Cafés, kleine Läden, Supermärkte Bäckereien. Die Straße ist sehr multikulti, was den besonderen Flair ausmacht.

Dort habe ich auch eine Bäckerei gefunden, deren Namen ich mir leider nicht notiert habe. Aber es gab eine große Auswahl an frischen Backwaren und einen Lunchroom im hinteren Teil des Ladens.

Total begeistert war ich jedoch von A&J Bakery. Mich hat die Lange Warteschlange in die Bäckerei gelockt. Es handelt sich um eine von italienischen Besitzern betriebene vegane Bäckerei. Und das heißt: es gibt Cornetto con Crema. VEGAN.

    

Etwas, was man in Italien mit Sicherheit nur schwer finden wird. Und viele andere Leckereien: Teilchen, Kuchen und Croissants mit himmlischem Tempeh oder ‚Lachs‘. Ich kann euch einen Besuch wirklich nur ans Herz legen!

     

Auch empfehlen kann ich euch Gastmaal. Das besteht aus einem Restaurant und auf der anderen Straßenecke befindet sich so etwas wie ein Bistro, wo man sich Speisen aus der Auslage mitnehmen kann.

Das habe ich gemacht und mir zwei sehr leckere Salate einpacken lassen. Das Menü ist nicht vorwiegend vegan, aber zumindest bei der Salattheke gab es einige Optionen 🙂

Ein tolles Projekt, dass man mit lecker Essen unterstützen kann, ist Syr. In dem Restaurant arbeiten Flüchtlinge zusammen mit Einheimischen und kreieren zusammen tolle syrische Speisen. Man kann das Restaurant auch mit einer Spende unterstützten.

     

Für alle Fans veganer Speißen habe ich noch zwei Tipps. Zum einen Gys, wo es biologisch-vegetarische und vegane Gerichte gibt. Ich habe nur ein Dessert probiert, Snickerdoodle mit Eiscreme und hausgemachter Karamellsoße. Himmlisch!

Bei Snckbr handelt es sich hingegen um ein gänzlich veganes Restaurant. Es gibt verschiedene Locations, eine davon liegt ganz nah am Hauptbahnhof.

Und dort hatte ich ungelogen eine der besten (nicht nur veganen) Pizzen mit Blumenkohl, Oliventampenade und veganem Käse 🙂

In Utrecht kann man natürlich auch hervorragend Kaffee trinken. Wo? Das erfahrt ihr im nächsten Post! 🙂

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