Gent

Heute gibt es den letzten Teil meiner Belgien-Serie. Während meines Aufenthalts habe ich in Gent gewohnt, von wo aus sich alles sehr einfach erreichen ließ, besonders mit dem Zug: die Distanzen in Belgien sind nämlich nicht sehr groß. Zudem gibt es einen Railpass. Der kostet 77 € und man kann damit 10 Fahrten bestreiten. Einzige Bedingung: Ein Weg eine Fahrt und Abfahrt- und Endbahnhof müssen in Belgien liegen. D.h. ihr könnt für 7,70 € einmal komplett durchs ganze Land fahren, egal ob mit Regionalbahn oder nicht (aber so große Unterschiede gibt es da auch nicht ;)).

Stadtbild und Flair

Wieso schreibe ich Flair? Weil ich das in Gent ganz seltsam fand. Die Altstadt/Innenstadt ist voll mit Touristen, es gibt tolle Gebäude und Kirchen. Am Stadtrand ist Gent – naja- nicht so schön, dafür hat es aber tolle Ecken, die immer mehr im Kommen sind.

Was sollte man in Gent unbedingt gesehen haben? Das fällt nicht schwer, wenn man einfach mal dem Strom der Touristen folgt 😉

Da wäre het Gravensteen zu nennen, eine mittelalterliche Festung mitten in der Stadt.

Man kann einmal drum herum laufen oder sie auch besichtigen. Innen lohnt sich vor allem für denjenigen, der sich für Burgen, Rüstungen und Waffen interessiert. Viele Räume sind auch nicht ausgestattet und lassen alleine die Architektur wirken. Allerdings kann man auf der Mauer laufen und so einen genauen Blick auf die Giebelhäuschen erhaschen, das ist durchaus empfehlenswert.

     

Mitten in der Innenstadt liegt die Korenlei gegenüber der Graslei.

Dabei handelt es sich um den ältesten Teil der Stadt. Dort befinden sich unter anderem Gildenhäuser und auch sonst ist alles sehr bunt und von jeglicher Art Giebel bekrönt. Unweit davon liegt auch das Groot Vleeshuis, ein ehemaliger überdachter Markt, der noch heute als solcher genutzt wird und auch Platz für Restaurants bietet.

Die Türme der Stadt…

…gehörten natürlich hauptsächlich zu den Kirchen. Unbedingt besichtigen solltet ihr die Sint-Baafskathedraal.

Dort befindet sich nämlich der Genter Altar von Jan van Eyck, derzeit allerdings nur teilweise, weil die einzelnen Tafeln restauriert werden. Außerdem gibt es das monumentale Gemälde „Die Bekehrung des Hl. Bavo“ von Peter Paul Rubens und weitere tolle Malereien und Grabmäler zu sehen.

Unweit entfernt liegt auch der Belfort. Der beinahe 100m hohe Turm, der im 14. Jahrhundert begonnen wurde, prägt neben der Kathedrale das Stadtbild. Heute kennzeichnet er mit seinen Ecktürmchen und bunten Fenstern unverkennbar das Stadtbild Gents.

Leider nicht besichtigen konnte ich die Sint-Niklaaskerk, die ebenfalls direkt beim Korenmarkt liegt.

Wer keine Kirche besichtigen möchte, dem empfehle ich das Museum voor Schone Kunsten (nicht zu verwechseln mit dem in Antwerpen ;)). Die Sammlung zeigt vor allem Gemälde, aber auch Graphik und Tapisserien.

     

Koffie

Kommen wir zu dem wichtigsten Punkt: Kaffee. Die Specialty Coffee Bewegung ist natürlich auch nicht spurlos an Gent vorbeigegangen und ich musste leider eine Auswahl treffen 😉

Als Tipp habe ich Way Gent bekommen. Und das hat sich auch wirklich gelohnt.

Dort gab es nämlich nicht nur jede Menge Kaffee, sondern auch ein super stylisch eingerichtes Plätzchen mit leckeren Backwaren, anderen tollen Snacks und auch solchen Leckereien wie Kombucha und Coldbrew Kardamon.

    

So lecker!

Das Café liegt im Dok Noord am Hafen, wo viele alternative Projekte, Cafés und Restaurants untergebracht sind. Zu Fuß liegt es zwar etwas außerhalb, aber es ist absolut empfehlenswert.

Dort befindet sich auch Or Coffee. Ebenfalls super gemütlich eingerichtet, kann man dort gut und gerne mehrere Stunden verbringen. Außerdem gibt es jede Menge verschiedener Röstungen, durch ihr euch probieren könnt 🙂

     

Besonders gemütlich fand ich Full Circle Coffee. Das liegt etwas zentraler in Gent und hat zwischen schönen Vintagemöbeln natürlich auch leckeren Kaffee zu bieten. Und Lampen die man entführen möchte. Und das beste vegane Pain au Chocolat, dass ich je gegessen habe 😀

     

Food

Die Genter Innenstadt ist durch die vielen Touristen Restaurant-technisch leider etwas vorbelastet. Aber mehr am Rand und vor allem im Viertel um das Cultuur- en Congrescentrum Het Pand der Uni gibt es viele tolle Läden.

Ich wollte unbedingt zu Madam Bakster. Und das hat sich auch sowas von gelohnt. Nicht nur, dass man gerne dort einziehen möchte, sobald man den Laden betritt. Es gibt jede Menge Leckereien und man bekommt hausgemachtes Popcorn zu seinem Matcha Latte gereicht. Was will man mehr.

     

Die Backwaren sind allein aus natürlichen Zutaten hergestellt, frei von raffiniertem Zucker, Laktose und vegan. Meine Pancakes waren riiiiichtig gut und dazu kann man in den Kochbüchern stöbern, die es zu erwerben gibt.

Bei Jack Burgers habe ich einen leckeren frisch zubereiteten veganen Burger gegessen. Außerdem gibt es eine tolle Auswahl an belgischen Bieren. Eine großartige Kombi, meiner Meinung nach 😉

Mitten in der Innenstadt befindet sich zudem Otomat.

     

Davon gibt es zwar mehrere Standorte in Belgien, aber das tut der Qualität der Pizza keinen Abbruch. Der Teig ist super lecker, es gibt frische und außergewöhnliche Beläge und dazu: PAVLOVA. Mehr muss ich nicht sagen, oder?!

Gent muss man glaube ich einfach auf sich wirken lassen und ein bisschen entdecken. Sobald man sich etwas am Stadtrand auskennt, lernt man die Stadt auch durchaus zu schätzen 🙂

Bis demnächst,
Anna Lisa

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