Brügge

Jeder Belgienbesucher hat sicher auch Brügge auf seiner Liste. Die kleine Stadt hat vor allem im Spätmittelalter eine bewegte Geschichte, war zeitweise Herrschaftssitz der Burgunder und bekannt für die Anfertigung von Textilien, insbesondere wertvoller Tapisserien. Noch heute prägen die spätmittelalterlichen Strukturen die Stadt.

Gerade an dem Tag, als ich mir Brügge vorgenommen hatte, war ein riesiger asiatischer Markt auf dem Vorplatz des Bahnhofs. Mit jeder Menge Essens- und Lebensmittelständen, Workshops und Liveprogramm. Und Früchten und Gemüse, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Die bekommt man übrigens in Belgien und besonders den Niederlanden sehr gut!

     

Brügge besitzt vor allem kleine steinerne Giebelhäuschen, die im Ensemble ganz niedlich aussehen.

     

Übrigens ist Brügge vor allem das: niedlich. In der Innenstadt findet man kein Hochhaus, keine moderne Platzanlage. Nur Touristen. Und davon jede Menge.

Grote Markt und Heilig-Blut-Prozession

Wie in beinahe jeder beglischen/niederländischen Stadt hat Brügge auch einen Grote Markt.

Dort liegt das sehr schöne Rathaus, aber auch der Belfried. Beide Gebäude stammen aus der Zeit, in der Brügge seine größte Blüte feierte. Heute kann man hoch auf den Turm des Belfrieds und hat von dort einen tollen Ausblick über die Stadt, denn der Turm  überragt alle Kirchen Brügges bei Weitem.

Direkt hinter dem Belfried liegt die Heilig-Blut-Basilika. Und die hat eine ganz besondere Bedeutung für Brügge. Sie besteht aus einer Unter- und Oberkirche und beherbergt eine Reliquie: eine Ampulle mit dem Blut Christi.

Diese wurde mit den Kreuzzügen nach Brügge gebracht und wird seit dem 13. Jahrhundert jährlich an Christi Himmelfahrt in der bekannten Heilig-Blut-Prozession präsentiert. Noch heute lockt diese zahlreiche Pilger an sowie auch die Heilig-Blut-Basilika mit der dort aufgebahrten Ampulle.

Direkt neben der Basilika liegt die Brugse Vrije, die viele Touristen nur von außen begutachten.

Doch besonders innen liegt ein unfassbar tolles Kunstwerk: Eine der Kammern ist mit Schnitzereien aus Eichenholz ausgestattet, die Kaiser Karl V. gewidmet sind. Sie sind wirklich atemberaubend und man ist in der Regel ganz alleine in der Kammer 🙂

Kirchen

Wer nur wenig Zeit in Brügge hat, dem empfehle ich den Besuch der folgenden zwei Kirchen. Onze-Lieve-Vrouwekerk, deren Wurzeln im 13. Jahrhundert liegen, ist eigentlich ein Muss für jeden Tagestouristen.

Die Kirche beeindruckt nicht nur durch beeindruckende Architektur, sondern auch durch die Ausstattung. Innen befindet sich z.B. das wunderschöne Grabmal Karls des Kühnen und seiner Tochter Marias von Burgund, Ehefrau Kaiser Maximilians I. Auch eine Skulptur Michelangelos befindet sich in Brügge, die eigentlich für den Sieneser Dom gedacht war, von dem Künstler aber an Brügger Kaufleute verkauft wurde.

     

Auch die Sint-Salvatorskathedraal ist sehr sehenswert. Ihre Wurzeln gehen auf eine romanische Kapelle und damit bis ins 9. Jahrhundert zurück!

Besonders imposant ist die Orgel mit der Skulptur Gottvaters von Quellinus dem Jüngeren. Auch sollte man der Museumskammer einen Besuch abstatten, denn dort befindet sich ein Triptychon, an dem die zwei berühmten flämischen Maler Dirk Bouts und Hugo van der Goes, gearbeitet haben.

Museen

In Brügge gibt es natürlich auch entsprechend viele Museen, von denen zwei nicht unterschiedlicher sein könnten.

Bei dem Groeningemuseum (nicht zu verwechseln mit dem Groningermuseum in Groningen!) handelt es sich um ein Kunstmuseum, das sich vor allem auf Malerei konzentriert.  Schwerpunkt bilden frühe flämische Kunstwerke, etwa von van Eyck und Hans Memling.

Werke des Letzteren kann man auch im Hans Memling Museum bestaunen und ich fand die Ausstellung dort fast noch besser. Es handelt sich nämlich um das Sint-Jans-Hospital.

Zusammen mit dem Pharmaziemuseum, das ebenfalls dort beherbergt ist, werden vor allem sakrale Kunstwerke ausgestellt. Dazu zählt auch das absolute Highlight der Ausstellung: der Ursulaschrein.

     

Koffie en Broodje

Was wäre Belgien (und die Niederlande) ohne Broodje? Direkt auf dem Weg vom Hauptbahnhof in die Stadt liegt That’s Toast. Sehr gut besucht, aber wirklich empfehlenswert. Das Brot ist lecker, die Aufstriche frisch und das Banana Peanutbutter Sandwich ein kleines Träumchen.

     

In der Stadt liegt dann noch Sanseveria. In dem gemütlich eingerichteten Bagelsalon gibt es jede Menge Auswahl frisch belegter Bagels: „New York bagels met een Bourgondische twist“ wie die Menükarte verspricht 😉

     

Ganz glücklich war ich über Vero Caffè. Das super schön gelegene Café bietet Specialty Coffee an, den man dann gemütlich zwischen Pflanzen und Vintageeinrichtung schlürfen kann. Unbedingt auch den Kuchen probieren, richtig gut!

     

Brügge ist wirklich eine schöne Stadt, aber einfach auch sehr gut besucht. Deshalb empfiehlt sich definitiv ein Besuch außerhalb der Hauptsaison 😉

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