Antwerpen

place to be…in Belgien

Meine Zeit in Belgien hatte auf jeden Fall einen Höhepunkt, und das war Antwerpen. Die Stadt hat mir aus vielerlei Gründen gut gefallen. Natürlich wäre das als erste die Bedeutung als Kunstmetropole zu nennen, die vielen schönen Häuser, Museen und Kirchen. Aber auch ohne all das hatte Antwerpen einen Flair, den ich sonst in einer keiner anderen Stadt wahrgenommen habe. Gent fand ich okay, Brügge niedlich und Mechelen entschleunigend. Aber Antwerpen ist treiberisch, traditionell und zugleich alternativ, kreativ und unglaublich spannend. Zumindest habe ich es so empfunden.

Kirchen. Kirchen. Und nochmals Kirchen.

Wenn man wollte, könnte man einen gesamten Tag in Antwerpen nur in Kirchen verbringen…und hätte trotzdem noch nicht alle gesehen. Langweilig wird es einem dabei nicht (höchstens etwas verzweifelt, weil die auf den Schildern angegebenen Öffnungszeiten einfach so überhaupt nicht der Realität entsprechen).

Die bekannteste Kirche in Antwerpen ist Onze-Lieve-Vrouwekathedraal. Die Fassade als Beispiel der Brabanter Gotik ist besonders sehenswert, aber auch innen gibt es viel zu entdecken.

Das Interieur, das wegen des Bildersturms im 16. Jh. hauptsächlich aus der Zeit danach stammt, bietet vor allem Malereien von Peter Paul Rubens: Es handelt es sich ausschließlich um Altäre, beispielsweise die bekannte Kreuzesabnahme.

Besonders im Moment ist der Besuch der Kathedrale zu empfehlen, da in ihr Topstücke aus dem Museum voor  schone kunsten ausgestellt werden, das wegen Renovierungsarbeiten noch voraussichtlich bis 2020 geschlossen ist. Hier gibt es zusätzlich Infos, in welchen Ausstellungen gerade Meisterwerke aus Antwerpen zu sehen sind.

Nicht minder sehenswert und imposant ist die Sint-Jacobskerk. Die Ausstattung der Kirche ist allerdings entgegen der Kathedrale weitaus einheitlicher aus dem 17. und 18. Jahrhundert und beinhaltet ebenfalls Werke von Rubens, aber auch Jacob Jordaens.

Übrigens liegt hier Rubens auch begraben. Auch die Bildhauerarbeiten sind besonders hervorzuheben, z.B. den Hauptaltar von Artus Quellinus dem Jüngeren oder das tolle Grabmal für Francisco Marcos de Velasco.

Ganz anders gestaltet sich, auch bereits von außen, die Sint-Carolus Borromeuskerk. Bei ihr handelt es sich um eine Jesuitenkirche mit barocker Fassade und Interieur.

Zu guter Letzt lohnt noch ein Besuch der Sint-Pauluskerk. Sie zählt zu den ältesten Kirchen in Antwerpen, deren Wurzeln auf das 13. Jahrhundert zurückgehen.

     

Innen begegnet man abermals Peter Paul Rubens, Jacob Jordaens und auch Anthonis van Dyck. Besonders sehenswert ist aber auch der im 18. Jahrhundert gestaltete Kalvarienberg.

Antwerpen hat natürlich so viel mehr zu bieten als Sakralbauten, z.B. tolle Museen 😉

Museen

Wie oben erwähnt ist das größte Museum mit einer unglaublich hochkarätigen Sammlung bis 2019/2020 geschlossen. Aber auch andere Häuser haben ganz unterschiedliche Schwerpunkte und Exponate zu bieten.

Da wäre z.B. das Plantin Moretus Museum zu nennen.

Das ehemalige Wohnhaus der Familie beherbergte vom 15. bis ins 18. Jahrhundert die größte und erfolgreichste Druckerei für Bücher und Druckgraphik in den südlichen Niederlanden. Entsprechend ist die Ausstellung auch sehr heterogen: es gibt etwas zur Geschichte der Familie, der Druckgraphik und viele Werkzeuge und Videos zur Herstellung von Druckgraphik. Gleichzeitig gibt es natürlich aber auch Kunstwerke in Papierform zu sehen.

    

Auch ein ehemaliges Wohnhaus ist das Rubenshuis.

Es gibt kleinere wechselnde Ausstellungen, aber vor allem die Räumlichkeiten mit verschiedenen Werken auch aus der Werkstatt des Künstlers werden vorgestellt. Sehr sehenswert ist auch das Gebäude selbst, das beim Blick auf die Fassade gar nicht erwarten lässt, was sich dahinter verbirgt.

Insgesamt mochte ich die Museen, die in ehemaligen Wohnhäusern untergebracht sind, sehr gerne! Dazu zählt auch das Museum Mayer van den Bergh.

Vor allem der Mix macht dieses Museum meiner Meinung nach aus: Malerei, Skulptur, Kunsthandwerk, alles ist vertreten. Installiert vor Holzvertäfelungen und Goldledertapeten machen die Malereien noch mehr daher, als sowieso schon 😉 Wer außerdem ein Fan von Pieter Bruegel ist, der sollte das Museum nicht verpassen!

Und zu guter letzt kann ich euch noch das Snijders Rockoxhuis ans Herz legen.

     

Dabei handelt es sich um ein Wohnhaus aus dem beginnenden 17. Jahrhundert, das dem Bürgermeister und Kunstsammler Nicolaas Rockox gehörte. Zu dem Museum gehört auch das nebenan befindliche Wohnhaus des Malers Frans Snyder. Ausgestellt werden vor allem Malereien, aber auch Möbel und wunderschöne Glasmalereien.

andere Sehenswürdigkeiten

Aber auch einfach durch die Stadt zu schlendern kann sich lohnen. Und das merkt man schon gleich am Bahnhof. Einer der schönsten, die ich je gesehen habe. Die Bahnhofshalle stammt aus dem beginnenden 19. Jahrhundert und ist einfach ein Traum.

Läuft man geradeaus aus dem Bahnhof raus und weiter in die Stadt, dann erreicht man unmittelbar die meisten Sehenswürdigkeiten.

Auch der Grote Markt ist, wenn nicht gerade das Rathaus in ein Baugerüst eingepackt ist, wunderschön. Dort stehen die Gildenhäuser des 16. und 17. Jahrhunderts, der Brabobrunnen und das wundervolle Rathaus.

Koffie

Antwerpen ist nicht nur alternativ, sondern hat auch ziemlich viele Kaffeehotspots zu bieten. In zwei Tagen konnte ich die natürlich alle testen…

Besonders elegant eingerichtet, in Verbindung mit Shopping und richtig leckerem Kuchen, kann ich euch St Vincents empfehlen.

    

Beim Betreten dachte ich, ein Kaffee hier ist nicht zu bezahlen 😀 Alles ist sehr stylisch eingerichtet (selbst die Küche) und es gibt hochwertige Produkte zu kaufen.

Aber Kaffee und Kuchen, den ich euch wärmstens ans Herz lege, sind absolut bezahlbar und man sitzt ganz wundervoll unter einem mit Pflanzen behangenen Glasdach.

Auch etwas eleganter unterwegs, ist man bei Cuperus.

     

Dort könnt ihr ebenfalls innen sitzen und Kaffee und Kuchen genießen, aber auch Kaffee und Tee erwerben. Toll fand ich die Vielfalt der Röstungen, die man sich alle ansehen und an Probe riechen konnte.

Am besten geschmeckt und gefallen hat es mir allerdings bei Normo Coffee.

   

Ich war in dem Café in der Minderbroedersrui 30. Unglaublich gemütlich und viele Bohnen im Ausschank. Außerdem hat mir dieses Viertel sehr gut gefallen, denn dort gab es jede Menge gut aussehender Cafés und Restaurants.

Sweets

Natürlich gibt es keinen Reiseblogpost ohne Süßes 😉

Ich liebe ja Donuts, solange sie frisch gemacht sind und nicht in Fett ertränkt. Dann schmecken Donuts nämlich auch richtig lecker und sind nicht einfach nur Junkfood!

Ich habe im Vorbeilaufen Hoeked Doughnuts entdeckt und war am nächsten Tag dann auch wieder dort.

Die Donuts waren nämlich genau das: superfrisch und lecker, zudem verschiedene kreative Sorten, auch vegan. Und das Markenzeichen: Der Doughnut ist nicht rund, sondern eckig. Mal was anderes 😉

Auf die gleiche Weise habe ich Momade Cupcakes gefunden. Eine unglaubliche Armada an tollen kleinen Küchlein in unterschiedlichen Sorten, ganz frisch zubereitet. Sehr zu empfehlen!

Insgesamt bietet Antwerpen einen tollen Mix und ich würde wirklich jedem ans Herz legen, im Rahmen einer Städtereise mindestens zwei, wenn nicht sogar noch mehr Tage dort zu verbringen 😉

 

 

 

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