Münster

Ich nenne es immer Ortssensibilität, weil einige dieses Gefühl nicht kennen. Ganz oft bin ich einer neuen oder altbekannten Stadt und fühle mich direkt wohl. DIREKT. Innerhalb weniger Stunden, spätestens nach einem Tag. Und dieses Gefühl hat mich noch nie getäuscht. Das habe ich z.B. in Köln. Oder München. Überraschenderweise in London. Vor allem aber in Münster. Diese Stadt hat mich beinahe aus den Socken gehauen, so toll fand ich es dort. Viele haben mir gesagt, Münster sei so schön. Aber es ist so viel mehr! Natürlich glaube ich, dass es über mehrere Jahre etwas einengend wirken kann, weil die Stadt doch nicht so groß ist. Dafür sind größere Städte aber sehr schnell zu erreichen und das finde ich immer wichtig, wenn einem doch einmal die Decke auf den Kopf fällt. In Trier habe ich das besonders gemerkt. Auch eine wundervolle Stadt, aber: keine Großstadt (nein dazu zähle ich weder Saarbrücken noch Koblenz und schon gar nicht Kaiserslautern) in greifbarer Nähe 😉

Achtung Fahrrad!

Und davon gibt es in Münster jede Menge! Die Niederlande sind einfach zu nah. Und daran muss man sich nun einmal gewöhnen.

Das macht natürlich auch den Flair der Stadt aus. Mieten kann man sich ein Rad in den vielen Fahrradläden oder bei Swapfiets. Wunderschön ist es vor allem auf der Promenade zu fahren.

Dabei handelt es sich um einen Ring um die Altstadt, den vormals eine Befestigungsanlage einnahm. Mittlerweile ist der Weg begradigt, mit Bäumen bepflanzt und so kann man einmal um die Stadt spazieren, joggen oder mit dem Rad fahren. Wunderschön im Sommer!

Altstadt

Münster ist im Zweiten Weltkrieg stark zerstört worden und man sich dazu entschieden einen Großteil der Altstadt wieder aufzubauen. Und das ist ganz gut gelungen und die Innenstadt ist wirklich ein schönes Fleckchen geworden.

     

Dort zu besichtigen gibt es zum Beispiel das historische Rathaus, in dessen Rathaussaal eines der bedeutendsten Ereignisse der Frühen Neuzeit stattfand: der Friedensschluss von Münster (Westfälischer Friede).

Der zweite dazugehörige Vertrag wurde in Osnabrück geschlossen, wozu ich auch einen Blogpost verfasst habe. Besichtigen kann man das Münsteraner Rathaus übrigens auch.

Wie der Name der Stadt verrät, gibt es natürlich auch ein Münster, eigentlich der St. Paulus Dom.

Der ist die größte Kirche der Stadt, Bistumssitz und liegt am Marktplatz. Mehr dazu könnt ihr in meinem ersten Münster-post lesen, denn da war ich 2015 schon einmal ein Wochenende.

Besonders zu empfehlen ist aber vor allem der Wochenmarkt. Der ist jeden Mittwoch und Samstag und wird nicht umsonst als der Schönste seiner Art in Deutschland angekündigt. Ich war zur Spargelsaison dort und es gab tolle Produkte aus der Region: Spargel, Erdbeeren, Bärlauch.

    

Ich hatte unglaublich Spaß jedes Mal auf dem Markt frische Lebensmittel einzukaufen. Was man dort auch essen kann: Kibbeling. Äußerst niederländisch: in Backteig gepackter Fisch in mundgerechten Stücken, frittiert und mit Remoulade angerichtet 😉

Neben dem Dom gibt es noch die Lambertikirche, die mit ihrem spätgotischen Turm unverkennbar ist.

Dazu trägt aber nicht nur die Architektur bei, sondern auch die drei daran befestigten Käfige, in denen die Leichen von drei Täufern nach ihrer Hinrichtung öffentlich zur Schau gestellt wurden. Übrigens gibt es sogar noch eine Türmerin, die von 21 bis 24 Uhr alle 30 Minuten noch ein Horn vom Turm bläst.

Die Überwasserkirche oder auch Liebfrauenkirche war leider wegen Renovierung geschlossen, ist sicher aber auch eine Besichtigung wert.

Museen

In Münster gibt es auch viele Museen, beispielsweise das Kunstmuseum Picasso. Münster hat – meiner Meinung nach – aber auch eins der tollsten Museen Deutschlands: das LWL-Museum für Kunst und Kultur.

    

Es gibt eine Dauerausstellung und wechselnde Ausstellung in einem tollen Bau in ansprechender Präsentation. Dazu hat das Museum ein unglaublich tolles Begleitprogramm. Ich habe selten ein Museum in so kurzer Zeit so oft besucht!

Kaffee

In Münster gibt es eine dominante Rösterei und das ist die roestbar.

    

Es gibt unglaublich vielfältige Kaffeesorten, wobei ich eher sagen würden, dass darunter auch viele klassische Röstungen sind. Nichtsdestotrotz ist der Besuch eines der Cafés ein Muss. Ich war meist in der Martinistr. und im Kreuzviertel, weil das nicht weit von mir entfernt lag. Ich glaube auch, dass das Arbeiten im Café in Münster kultiviert habe, ich glaube ich war fast jeden Tag dort mit Niederländisch-Unterlagen 😀

Übrigens kann man dort nicht nur Kaffee trinken, sondern auch ganz lecker Kuchen essen 🙂

    

Das kann man übrigens auch bei Lockvogel, einer Kombination aus Friseur und Café. Aber keine Sorge, das ist natürlich räumlich getrennt 😉 Es gibt außerdem noch Kleinigkeiten zu kaufen, also eigentlich ist es auch ein Conceptstore!

     

Besonders gemütlich fand ich es im Café Magnolia.

Dort gibt es Kuchen und Sandwiches und man kann auch vor dem Café sitzen. Als ich dort war gab es zudem Kaffee von Neues Schwarz aus Dortmund.

Glow Kitchen hat sich hingegen vor allem der gesunden (nicht unbedingt veganen) Küche verschrieben. Die Bowls sind aber auch sehr zu empfehlen!

Insgesamt fand ich die Münsteraner Küche ja nicht so ansprechend, dafür gab es aber jede Menge vegane und vegetarische Restaurants.

Vegane Restaurants

Meine beiden Highlights waren definitiv die beiden veganen Restaurants. Da wäre zum einen Gustav Grün zu nennen: ein Imbiss, in dem man vor allem ‚Dönerboxen‘ u.ä. bekommt.

Ganz schnell Stammgast war ich bei Krawummel.

     

Das komplett vegane Restaurant hat einfach alles, was das Herz begehrt: Burger, Döner, Salate, Bowls, Eis, Sweets, Getränke. Unbedingt einen Burger mit super leckeren Süßkartoffelpommes und der hausgemachten Majo probieren!

     

Ich wäre so gerne noch länger in Münster geblieben, weil für mich persönlich das Gesamtpaket einfach gepasst hat. Und ich glaube, dass Münster eine Stadt ist, in der jeder etwas findet. Also absolute Reiseempfehlung! 🙂

 

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someonePrint this pageShare on LinkedIn

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*