Gua Bao

Streetfood aus Taiwan

Gua Bao, Bao Burger, Bao Buns…all diese Begriffe liest man mittlerweile an jeder Straßenecke. Dabei handelt es sich um einen gedämpften Teig aus der asiatischen Küche.

Erstmals habe ich ein, eine, einen? Gua Bao auf einem Streetfood Festival in Saarbrücken gegessen. Von Turbo Bao. Bis jetzt immer noch der beste dieser Art, meiner Meinung nach. Dabei handelt es sich um eine gedämpfte Teigtasche mit einer Füllung auf Fleisch oder Tofubasis mit Gemüse, bissel Obst (häufig Mango), Erdnüssen, Kräutern und einer Soße.

Garen im  Bambusdämpfer

Da ich schon lange das Garen im Bambusdämpfer* ausprobieren wollte, habe ich das gleich mit einer Kochsession Gua Baos verbunden 😉

Das Prinzip des Garens ist denkbar einfach und funktioniert dazu noch ganz ohne Silikon oder Plastik. Den dazu benötigten Bambuskorb könnt ihr je nach Bedarf zusammenstellen. Sie bestehen aus einem Deckel und einem Element zum Dampfen. Braucht man mehr Platz, kauft man einfach mehrerer solcher Elemente, da sie sich einfach übereinanderstapeln lassen.

Ich habe meinen Garer im Asialaden gekauft, in gut sortierten Läden kann man sich auch beraten lassen. Deshalb gebe ich den Tipp weiter, denn ich bekommen habe: Vor dem ersten Gebrauch alle Elemente des Bambusdämpfers in Wasser tränken und komplett trocknen lassen. So verhindert man, dass er sich beim Trocknen nach dem Garvorgang verzieht. Das muss man nur vorm ersten Gebrauch machen.

Danach empfiehlt es sich, vor allem beim Garen von Teig den Boden mit Backpapier auszulegen. Beim Garvorgang stört das nicht. Und das Prinzip dieses Vorgangs ist denkbar einfach: Wasser in einen Wok geben, sodass es beim Kochen den Boden des Dampfgarers nicht berührt. Das ist eigentlich auch schon der ganze Trick! Wenn das Wasser kocht den befüllten Dampfgarer hineinstellen, Deckel drauf und Warten.

Aber Achtung: Der Deckel muss verschlossen bleiben, bis der Garvorgang abgeschlossen ist, sonst entweicht zu viel Dampf. Außerdem unbedingt vorsichtig sein. Unbedingt Handschuhe beim Öffnen des Deckels nach dem Garvorgang tragen, denn das Ding wird heiß. Richtig heiß.

Gua Bao (für 5-6 Stück)

Teig
300 g Weizenmehl Typ 405
50 ml ungesüßte Pflanzenmilch
10 g frische Hefe
1 TL Zucker
1/2 TL Meersalz

Füllung
200 g Naturtofu
1 EL Öl
Wasser
1 EL Kokosblütenzucker
2-3 EL Sojasoße
2 Karotten
1 Mango
4 EL Erdnüsse
frischer Koriander
frische Minze

Soße
4 EL Erdnussmus
1 EL Sojasoße
1 EL Austernsoße
1-2 EL Wasser
optional: Chili

Zuerst wird der Teig zubereitet. Dazu 100 ml lauwarmes (!) Wasser mit dem Zucker vermengen, die frische Hefe hineinbröseln und umrühren, bis sich diese löst.

Das Mehl in eine Schüssel geben, in die Mitte eine Mulde drücken und die Hefemischung hineingießen. Etwas Rand vom Mehl holen und damit die Mulde zudecken und danach, bedeckt mit einem Tuch, 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

Danach Milch und Salz hinzufügen und ca. 5-7 Minuten von Hand (!) kneten, bis ihr einen glatten Teig habt. Nun den Teig abermals für ca. 1 Stunde gehen lassen. Danach eine Fläche mit Mehl bestreuen, den Teigklumpen darauf platzieren und nochmals gut durchkneten. Im Anschluss daran fünf bis sechs kleine Kugeln daraus formen und diese danach Oval ausrollen. Nicht zu dünn und nicht zu dick. Die Teigtaschen gehen im Bambusgarer ganz schön auf, denkt daran.

Jetzt werden die Taschen für den Garvorgang vorbereitet: Schneidet euch Backpapierstücke zum Auslegen des Dampfgarers und kleine Stücke zurecht, die ihr dann zwischen die beiden Seiten der Taschen legt. So verhindert ihr, dass sie beim Dampfvorgang zusammenschmelzen. Je nachdem, wie gut euer Teig aufgegangen ist, könnt ihr die Taschen jetzt nochmal abgedeckt eine Stunde gehen lassen. Mein Teig war so aber schon genug, deshalb habe ich das gelassen.

Während in den verschiedenen Phasen der Teig geht, könnt ihr das Gemüse waschen und schneiden. Aus den Möhren und Mango sehr kleine Stücke/Stifte machen, dann ist das Befüllen der Tasche einfacher.

Für die Soße einfach alle Zutaten zusammenrühren, optional mit Chili abschmecken. Je nach gewünschter Konsistenz Wasser hinzufügen.

In einer Pfanne ohne Öl zuerst die Erdnüsse rösten, dann den Tofu zubereiten. Hierzu den Tofu in längliche Scheiben schneiden, Öl in der Pfanne erhitzen und darin kurz anbraten. Dann mit Sojasoße, Wasser und Kokosblütenzucker ablöschen und warten, bis die Brühe eindickt. Wer die Süße nicht so mag, lässt den Zucker weg.

Nun geht es an’s Garen: Wasser in einen Wok füllen, so dass er den Boden des Korbes nicht berührt. Wasser zum Kochen bringen, Dampfgarer darüber platzieren, Taschen hineinlegen und ca. 8 Minuten garen. Schön den Deckel drauf lassen und nicht spitzen 😉

Danach, wenn die Dumplings kurz abgekühlt sind (zumindest, dass ihr sie anfassen könnt), belegt ihr die Taschen einfach mit den Zutaten, dem Tofu und der Soße. Fertig!

Tipp: ich finde es immer blöd, einen halben frischen Würfel Hefe im Kühlschrank zu haben, denn so oft benutze ich Hefe nicht. Ich habe deshalb das Rezept einfach verdoppelt und die Brötchen eingefroren. Einmal als Taschen für Gua Bao und einmal als Burgerbuns. Hat super geklappt!

Herrlich frisches Gericht, abwechslungsreich, bunt und super lecker. Und auch sehr sättigend 😉

 

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someonePrint this pageShare on LinkedIn

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*