ein kleiner Guide durch Florenz

Frisch zurück aus einem zweiwöchigen Hollandaufenthalt – und das war auch der Grund für die Stille auf meinem Blog – gibt jetzt erst einmal den überfälligen Florenzblogpost.
Da ich bereits vor zwei Jahren dort längere Zeit gewohnt habe, aber noch keinen Blog damals hatte, habe ich bei meinem letzten Aufenthalt die Gelegenheit genutzt euch ein paar hübsche Erinnerungen mitzubringen.

Florenz ist eine sehr schöne, aber auch sehr touristische Stadt.
Als Reisezeit würde ich daher nicht unbedingt die Hochsaison empfehlen. Das liegt außerdem an dem Wetter (in Florenz wird es richtig heiß und schwül, weil die Stadt in einem Talkessel liegt) und an Ferragosto:
Von etwa Mitte Juli bis Mitte September fliegt die halbe Stadt aus. Ans Meer oder in die Berge. Wieso? Siehe genannte beiden Punkte zuvor. Wenn man die Stadt in ihrer vollen Blüte erleben will ist daher Mai oder Ende September die beste Zeit.

Ihr könnt euch natürlich mit den klassischen Reiseführern vorbereiten. Wie immer habe ich einen Kunstreiseführer von Dumont* im Gepäck (gibt es für die Toskana* allgemein oder nur für Florenz).
Das Gute an der Stadt ist, dass man den Altstadtkern zu Fuß besuchen kann. Alles liegt nah beieinander und so lohnt sich der Besuch verschiedener Attraktionen an einem Tag. Das pulsierende Herz der Stadt ist natürlich die Piazza della Signoria mit dem Palazzo Pitti und der Loggia die Lanzi.

Ich liebe die Loggia und ich sitze gerne lange dort und beobachte das Treiben auf dem Platz und lese dabei ein Buch oder blättere in meinem Reiseführer. Oder ich schaue einfach den Künstler zu, die die Statuen in der Loggia abzeichnen.
An die Piazza schließen sich die Uffizien an und auch wenn ich es sich für meine Berufssparte nicht gehört: Trotz der Meisterstücke die dort hängen würde ich mir als nicht unbedingt hauptsächlich an Kunst interessierter Tourist überlegen, ob ich mir dieses Museum ansehen möchte. 
Selbst in der Nebensaison ist es noch sehr voll, man muss unglaublich lange anstehen (selbst mit vorreservierten Karten) und innendrin ist der Besuch aufgrund der Menschenmenge sehr anstrengend.
Als Ausweichmöglichkeit empfehle ich euch zwei andere Museen, die wirklich sehr schön sind. Das Bargello befindet sich in der Stadt und beherbergt vor allem Skulpturen. Es ist in einem alten Palazzo und die ganze Atmosphäre ist einfach toll.
Ganz anders (und meist menschenleer und daher ein echter Geheimtipp) ist das Museo Bardini auf der anderen Arnoseite – zu der die Florentiner übrigens oltrarno sagen. In dem Museum gibt es keine klassische Aufteilung der Objekte nach Schulen oder Objektgattungen. Alles ist bunt zusammengewürftelt und ergibt somit ein ganz spannendes Besuchserlebnis.
Natürlich ist auch die Ecke um den Dom sehenswert. Für eine Innenansicht muss man allerdings auch hier anstehen, genauso wie für einen Aufstieg auf den Campanile oder eine Kuppelbesteigung. 
In beiden Fällen und vor allem bei Letzterem (wie ich mir habe sagen lassen – ich hatte Bedenken wegen des Horrorerlebnisses in Kroatien, wenn ihr euch erinnert) solltet ihr möglichst schwindelfrei sein 😉
Für einen alternativen schönen Ausblick über die Stadt empfehle ich euch die Piazzale Michelangelo und San Miniato al Monte. Der Ausblick von dort ist wirklich sehr schön, vor allem bei Sonnenaufgang.
Sehr sehenswert ist das neue Dommuseum, das erst in diesem Jahr eröffnet hat. Es war lange geschlossen und zeigt sich jetzt in neuester Museumsausstattung.

Ebenfalls ganz neu eröffnet hat das museo degli innocenti an der Piazza Santissima Annunziata – übrigens einer der schönsten Plätze in der Stadt wie ich finde. 
Die Präsentation ist sehr gelungen und man erfährt einiges über die Geschichte des ehemaligen Waisenhauses der Stadt.
In Florenz gibt es natürlich noch viele Kirchen, Wohnhäuser und Museen zu sehen, deshalb hier noch ein paar Highlights.
Dazu zählt auf jeden Fall die beeindruckenden Kirchen Santa Croce…
…und Santa Maria Novella, die ihr direkt am Bahnhof bestaunen könnt.
In der Verbindungstraße vom Dom zur Piazza della Signoria gibt es übrigens noch Orsanmichele, welche viele Besucher der Stadt aufgrund der Menschenmasse und den vielen Geschäften in der Straße gar nicht wahrnehmen.
Wer einmal dem Trubel entfliehen möchte biegt also einfach einmal in die Kirche ab 🙂
Wer eine Auszeit im großen Stil braucht, der sollte auf jeden Fall über die Ponte Vecchio rüber auf die andere Arnoseite gehen und schon lässt der Touristenstrom nach.
Dort sind die Pizza della Passera mit dem Cafè degli artiginatli und die Piazza vor Santo Spirito sehr zu empfehlen.
Dort ist es ruhig und es gibt jede Menge Gelegenheit sich in ein Café zu setzen, etwas zu Essen oder ein Eis zu genießen.
Hierzu noch einige Hinweise.
Der typische Italiener pflegt eine Eigenschaft, die für einen Deutschen sehr fremd scheint: Er frühstückt nicht. Oder so gut wie. Ich würde es nicht als Frühstück bezeichnen, nicht einmal als Snack.
Vor dem Weg zur Arbeit – oder kurz nach Beginn, vor und nach der Mittagspause und sonst generell zu jeder Zeit – geht der Italiener in die bar.
Hierzu noch einige Hinweise.
Der typische Italiener pflegt eine Eigenschaft, die für einen Deutschen sehr fremd scheint: Er frühstückt nicht. Oder so gut wie. Ich würde es nicht als Frühstück bezeichnen, nicht einmal als Snack.
Vor dem Weg zur Arbeit – oder kurz nach Beginn, vor und nach der Mittagspause und sonst generell zu jeder Zeit – geht der Italiener in die bar.
Eine wahre Institution in Italien. Dort wird dann Espresso geschlürft, unter dem man aber in Italien il caffè versteht. Also wenn ihr einen Kaffee bestellt, bekommt ihr immer Espresso. Köstlichen – nicht zu vergleichen mit Deutschland! Getrunken wird er auch nicht am Tisch, sondern höchstens am Stehtisch, doch meist direkt an der Theke der Bar. Dazu gönnt man sich ein kleines Cornetto oder ein Bomboloni con crema (mein Favorit).

Mittags gibt es dann meist ein Panino und abends wird dann richtig gegessen. Häufig gibt es auch Aperitivo.
Eine tolle Sache sind auch die Märkte, die in Italien doch noch etwas mehr als bei uns verbreitet sein dürften. Geht zu Sant’Ambrogio auf den Markt, kauft frisches Obst und Gemüse und geht danach noch in die Markthalle und gönnt euch ein paar Coccoli- eine Florentiner Spezialität.

Habe ich euch jetzt Lust auf mehr italienisches Essen gemacht?
Sehr gut!
Dann dürft ihr auf den Foodguide gespannt sein, der diese Woche noch online geht!
Habt bis dahin eine schöne Woche,
Topf-Schere-Papier
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