Travelguide an der kroatischen Adriaküste

Kennt ihr diese Postkarten, die dieses übermäßig blau-grünliche sagenhafte schöne Meereswasser abbilden?
Ich verrate euch, wo das kein Photoshop-Trick ist, sondern beinahe verstörend schöne Wirklichkeit: in Kroatien.
Eine ganze Woche konnte ich meinen Sommerurlaub über in Split verbringen und ich möchte euch in die Stadt und zu Ausflügen entlang der adriatischen Küste mitnehmen.

Vorab als Reiseinfo: Kroatien gehört zwar zur EU, vergibt aber keine generelle Schengen-Visen (die die Grenzkontrollen überflüssig machen). Ihr müsst also euren Pass dabei haben um euch vor allem an der Landesgrenze ausweisen zu können.
Außerdem bezahlt man in Kroatien mit Kuna (HRK).

Beginnen wir erst einmal mit Split selbst. Sie ist die zweitgrößte Stadt in Kroatien, was man ihr aber ehrlich gesagt nicht anmerkt. Es gibt eine sehr schöne Altstadt, eine Hafenpromenade, viele Restaurants und Bars (teilweise natürlich sehr touristisch), kleine Gassen und atemberaubend schönes Wasser.
Split hat, wie so viele kroatische Städte, römische Wurzeln und beherbergt die Überreste des Diokletianspalasts.
Ganz besonders ist dabei, dass sich die Stadt nach der Antike ausgehend vom Schutz der Palastmauern erst entwickelt hat.
So sieht man heute noch an vielen Stellen Häuser, die in die Überreste der kaiserlichen Anlage gebaut sind.

Das Herzstück der Stadt ist das Peristyl, welches zum Diokletianspalast gehört. Dort sitzen immer viele erschöpfte Touristen auf den Stufen, schlecken tagsüber Eis und trinken abends einen Aperol Spritz (ja- auch in Kroatien ein Trend).
Der Eingang in die noch erhaltenen Teile des Palastes befindet sich unterhalb des Bogens, den ihr hier seht. Dort führt eine Treppe runter, passiert alle Souvenirstände und am Ende liegt der Eingang (4 €).
Gleich daneben befindet sich die Kathedrale Sveti Duje. Kern bildet das Mausoleum des römischen Kaisers, um den die Kathedrale gestaltet wurde. Mit einem Kombiticket (10 €) kann man die Krypta, das Baptisterium, die Kathedrale selbst und den Turm besteigen. Von dort aus hat man einen tollen Blick über die Stadt.

Aber ich kann euch eins sagen: das ist etwas für Unerschrockene. Eigentlich habe ich keine Höhenangst- nennen wir es eher wackliger-Untergrund-Hilfe-das-Geländer-hört-unterhalb-der-Hüfte-auf-ANGST.
Der Turm ist nämlich eigentlich entkernt und nachdem ihr die ersten ca. 40 robusten, je gefühlt einen halben Meter hohen Steinstufen genommen habt, sieht die Welt ganz anders aus: rostig, wackelig und vor allem nicht sonderlich stark befestigt. Die Treppen sind lediglich in den Ecken der Mauer AUFGELEGT. Und der Weg hoch ist natürlich identisch mit dem Abstieg.
Der Ausblick ist schön, aber den bekommt ihr auch noch von woanders.
Zum Beispiel vom Marjanberg aus. Dieser ragt wie eine grüne Landzunge in die Buchten des Spliter Hafens. Der Aufstieg dauert etwas und auch hier gilt: Mittagshitze meiden.
Dafür ist ein schöner Ausflug, der einen halben Tag einnimmt und ihr bekommt eine tolle Aussicht auf die Stadt- ganz ohne wacklige Treppen unter euch 😉

Durch die mediterrane Lage blüht die gesamte Stadt. An vielen Häusern sieht man Blüten in verschiedenen Farben, Kletterpflanzen und Innenhofbepflanzung. Das macht die Altstadt sehr bunt.

Dementsprechend gibt es auch eine riesige Auswahl an frischem Obst und Gemüse! Auf dem Grünen Markt direkt beim Hafen gibt es von morgens früh bis zum frühen Nachmittag Nektarinen, frische Feigen und vor allem Mandeln und getrocknetes Obst!
Viele der Standbesitzer (ausgenommen sind natürlich die Touristenstände mit Shirts usw.) sprechen kein Englisch. Dennoch ist handeln angesagt!
In der Stadt selbst gibt es übrigens auch eine wie ich fand preislich gute Alternative für einen kleinen Snack zwischendurch: die Bäckerreikette Bobis.
Die Filialen gibt es mehrfach in der Stadt und die Wraps werden einfach mit Pizzateig gerollt- mega!
Und der Kaffee erst! Ich habe noch nie so guten Kaffee in einer Bäckerei-Kette getrunken. Mit Siebträger, richtig schön kräftig und gar nicht teuer.
Der Kaffee und vor allem der Espresso waren generell beinahe wie in Italien! Vielleicht macht es die Nähe oder die römischen Wurzeln 😉 Und der Preis war auch sehr italienisch- wenn ihr mehr als 8 HRK (ca. 1 €) zahlt, ist er überteuert.
Apropos Kaffee. Kurz bevor man die Straße zu dem Grünen Markt einbiegt, gibt es eine Art Kaffeeklappe.
Der Besitzer erzählte mir, dass der Laden erst seit einem Jahr auf hat. Und ich denke auch noch länger, denn der Kaffee war der Wahnsinn. Mein Flatwhite (für 170 HRK!) war schön kräftig und total aromatisch.
Mitten in der Innenstadt gibt es dann noch das BEPA!
Dort gibt es Burger und ‚gängige‘ Gerichte, wie Salate, Nudeln usw. Die Limonaden sind leider nicht so der Knaller, aber die Tartufata! Hausgemachte Pasta mit Trüffelsoße, dalmatischem Schinken und gebratenem Rucola. Und ich wage mich so weit aus dem Fenster zu lehnen, dass sie gut geschmeckt haben wie in der Emilia Romagna.

Wenn ihr Eis essen gehen  und den touristischen Hotspots entfliehen wollt, empfehle ich euch Luka Ice Cream & Cakes

Die lange Schlange davor lässt euch schon wissen, WIE GUT es dort ist. Es gibt zwei Eistheken mit teilweise täglich wechselnden Sorten, manchmal auch vegan. Hier die Variante Fruity Cake mit echten Kuchenstücken. Wo die herkommen?
Von der umfangreichen Kuchentheke. Die gehört natürlich auch noch zum Laden 😉
Kommen wir zu den Stränden. Kroatien ist ja für seine steinigen Strände bekannt und die Einheimischen verdienen sich an diesen bunten beinahe Surferschuhen eine goldene Nase. In der Tat gibt es Kiesstrände.
Aber in Split gibt es sogar ein kleines Naturphänomen: einen Sandstrand. Der  Bačvice-Beach ist allerdings klein, tagsüber voll mit Liegen und Sonnenschirmen und nur mit sehr seichtem Wasser gesegnet. Zum Schwimmen nicht so toll. Außer für eine kleine Runde am Abend. 19 Uhr werden die Liegen langsam abgebaut und die Sonne geht unter und zaubert eine tolle Atmosphäre!
Ein toller Strand zum Baden liegt zwischen dem Uvala Ježinac (einem Kieselstrand) und dem Jadran Hotel Split (einfach diese Koordinaten bei Google maps eingeben: 43°30’10.4″N 16°25’13.0″E) . Einfach ca. 2 km am Hafen entlang Richtung Marjanberg laufen.
Es ist zwar kein Strand zum lange in der Sonne liegen, weil es nur (allerdings glatte) Felsen gibt. Aber der Strand ist gar nicht überfüllt (das ist ein Bild von einem Samstag, während der Woche war nichts los), das Wasser glasklar, wellenreich und tief- perfekt zum Schwimmen! Und keine Sorge, Einstiegshilfen gibt es auch, ihr müsst nicht von den Felsen springen 😉
Von Split aus könnt ihr ebenso einen kleinen Ausflug zur Festung Klis machen. Es fahren die Stadtbusse von Steig 4 (ab Busbahnhof) in 20 min hin. Fragt aber auch gleich nach der Rückfahrt, die ist nicht so regelmäßig und es hängt kein Fahrplan aus!
Der Aufstieg von der Bushaltestelle ist schon etwas mühsam, aber oben angekommen lohnt es sich. Die Festung ist wirklich beeindruckend und man hat wieder einmal einen tollen Blick über die Stadt (also Alternative zwei zu rostigen Turmtreppen!).
Ebenfalls von Split aus erreicht man den Krka Nationalpark. Häufig werden komplette Touren angeboten, mit Führung durch den Park. Die sind aber grob 10 € teurer als eine Busfahrt auf eigenen Kosten+ Eintritt und zudem ist man zeitlich unflexibel.
Ihr könnt einen Bus (nach Skradin) vom Busbahnhof nehmen. Danach kauft man die Eintrittskarte zu zwar einem stolzen Preis von 150 HRK (in den Sommermonaten), aber es lohnt sich so sehr!
Man fährt mit einem kleinen Boot (Abfahrtszeiten im Infozentrum, in dem man die Tickets kauf) auf den Park zu und sieht zuerst einmal die Wasserfälle.
Die sind einfach nur wunderschön und ziehen sich über eine längere Strecke den Berghang hoch.
Weiter könnt ihr über Stege durch den Park laufen oder auch (allerdings mehrstündige) Bootstouren machen.
Und zuletzt noch ein Tipp für eine längere Tagestour, denn die Anfahrt (per Bus) ist recht langwierig: Dubrovnik.
Beinahe am südlichen Ende von Kroatien gelegen, hat sich die Altstadt dank fehlender Zerstörung und umliegender moderner Industrie erhalten.
In einem Stadtmauerring warten enge Gassen, kleine Kirchen, tolle Klöster und jede Menge Fischrestraurants.
Noch ein kurzer Tipp für die Fahrt: Ihr passiert zweimal die bosnische Grenze und müsst euch dort ausweisen, also den Pass nicht vergessen!
Vom Busbahnhof fahren die Linien 1A, 1B und 3 (Haltestelle an der Straße direkt vorm Busbahnhof) zum Pile-Tor, dem Eingang in die Altstadt.

Habt ihr das Tor und den Vorhof hinter euch gelassen, steht ihr direkt schon vor einer beeindruckenden Kulisse.

Um viel von der Stadt zu sehen empfehle ich euch die Dubrovnik-Card. Die Kostet 17 € für einen Tag und man kann vieles damit besuchen und machen.
Z.b. eine Stadtmauertour. Und die lohnt wirklich sehr!
Außerdem hat man tolle Ausblicke in die kleinen Gassen. Die Tour dauert etwa 1,5-2 Stunden 🙂
Unbedingt ansehen solltet ihr euch euch das Kloster direkt am Eingang in die Altstadt. Der Kreuzgang ist komplett erhalten und einfach toll!

 

Auch bietet die Stadt weitere Sehenswürdigkeiten mit tollen Kirchen und alles beeinflusst vom venezianischen Stil.
Wie etwa der Rektorenpalast, in den ihr mit eurer Dubrovnik-Card auch rein könnt.
Übrigens gibt es in der ganzen Stadt Trinkwasserbrunnen und allgemein ist die Trinkwasserqualität erstaunlich gut! Gar kein Chlorgeschmack und ich habe die ganze Woche ungefiltertes Leitungswasser getrunken und mir ging es hervorragend.
Für einen kleinen Ausflug empfehle ich die Insel Lokrum. Ihr erreicht das Naturreservat per Boot vom alten Hafen der Stadt aus in 10 min (Boote fahren bis 19 Uhr im 30-min-Takt hin und viertelstündlich zurück).
Ein ganz zauberhaftes Örtchen, mit vielen schöner Pflanzen- und Tierwelt, wenig Tourismus, ruhigen Plätzen und einem riesigen ‚Ausstieg‘-Faktor, wenn einem die Altstadt mal etwas zu voll vorkam.
Zurück in Dubrovnik könnt ihr gleich im Hafen bei Lokanda Peskarija eine große Fischplatte mit meeresfrischem Fisch für zwei Personen bestellen und den Kroatienurlaub traditionell ausklingen lassen.
Ich hoffe ihr könnt auch schöne Ferien verbringen oder euch eine kleine Auszeit gönnen.
Wer ein großer Fan der Fernsehserie Game of Thrones ist, für den kommt in den nächsten Tagen noch ein spezieller Drehorte-Guide durch Split und Dubrovnik! 🙂
Bis bald,
Topf-Schere-Papier

 

 

 

 

 

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someonePrint this pageShare on LinkedIn

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*