Frankfurt

So oft bin ich nun an dieser Stadt mit dem Zug vorbeigefahren und endlich konnte ich mich auch mal länger dort aufhalten: Frankfurt.

Und ich muss sagen, ich bin hin- und hergerissen. Ich war vor Jahren schon einmal kurz dort, aber konnte mich nicht mehr gut daran erinnern (was eigentlich ein schlechtes Zeichen ist).

Und nun ja, was soll ich sagen: Das Stadtbild selbst ist nicht sehr überzeugend. Frankfurt wurde im Zweiten Weltkrieg (zumindest der Teil nördlich des Mains) fast vollständig zerstört und das merkt man der Stadt auch wirklich an.
Dafür hat die Stadt kulturell viel zu bieten und liegt, einmal ganz davon abgesehen, mit Flughafen und Fernbahnhof besonders verkehrsgünstig und zusätzlich noch in einem Ballungsraum.

Aber nun erst einmal zu der Stadt. Ich hatte mich hauptsächlich in der Altstadt und in Sachsenhausen aufgehalten (zwecks Unterkunft).

Man kann durchaus eine drei bis vierstündige Stadtführung auf sich nehmen und die wichtigsten Plätze besuchen.
Wie z.B. den Römerberg mit dem Rathaus.

Und das daran anschließenden Historische Museum, dessen neue Dauerausstellung wirklich lohnt!

Auch sonst gibt es in Frankfurt eine schiere Fülle an Museen, die über Gemälde, Skulpturen und Kunsthandwerk auch kulturhistorische Themen vertreten.
Ein Highlight ist natürlich das Städel mit seiner hochkarätigen Gemäldesammlung!

 

Was dafür weniger aufgrund seiner Sammlungskonzeption, als vielmehr aufgrund des Museumsbau an sich lohnt, ist das Museum für angewandte Kunst.

Von der Straßenseite aus wirkt es mehr als unscheinbar, aber sobald man den Weg auf das Gebäude von Richard Meier betritt, zeigt sich erst, wie weitläufig das Gebäude ist.
Und hat man dann den Bau betreten, kommt man aus dem Staunen über die lichtdurchfluteten Flächen nicht mehr heraus.
Ich würde sofort einziehen. Ohne wenn und aber. Endlich mal jemand, der die Schönheit weißer Farbe würdigt und mit viel Tageslicht perfekt in Szene setzt 😉

In der Schirnhalle hingegen kann man sich stetig wechselnde Ausstellungen ansehen.

Sofern man sich nach einem langen Sightseeing-Tag und vielleicht eines Dom-Besuchs stärken möchte, kann man direkt den am Dom liegenden Naschmarkt ansteuern.

Dort gibt es jede Menge Kuchen – natürlich auch Frankfurter Kranz – und weitere Süßigkeiten zur Stärkung.

Für den – und das kann ich blind sagen, obwohl ich nur drei Cafés in Frankfurt getestet habe – besten Kaffee der Stadt, müsst ihr zu Holy Cross in Sachsenhausen!
Wenn zwei ehemals in Italien lebende Menschen den Kaffee probieren und gleichzeitig festhalten, dass er so gut wie original caffè italiano schmeckt, dann ist das mehr als ein Kompliment!
Und dazu gibt es auch noch eine tolle Auswahl an Kuchen und Snacks.
Die Preise sind im oberen Drittel, aber mal ganz ehrlich: Wollt ihr lieber eine lausige dünne Tasse Filterkaffee bekommen oder euer Geld in einen kräftigen aromatischen Flat White investieren?!
Wir leben nun einmal nicht in Italien, wo es überall guten Kaffee gibt und trotz der Fülle an Kaffeehäusern hierzulande ist guter Kaffee immer noch rar! In Sachsenhausen gibt es ihn 🙂
Und weil ich wie erwähnt in Sachsenhausen meine Unterkunft hatte, stammen eigentlich fast alle Café- und Restauranttipps von dort. Und das ist ein sehr großer Pluspunkt Frankfurts: Ich hätte niemals gedacht, dass eine Stadt, die mich durch ihr Stadtbild so wenig überzeugt, so unglaublich viele tolle Cafés und Bistros aufzuweisen hat!
Für ein schönes Ambiente und sehr gutes, allerdings auch preislich etwas höheres Essen, könnt ihr im naiv schlemmen.
Außerdem gibt es dort Bier-Cocktails.
                                      
In dem gleichen Restaurant-Dreieck direkt am Mainufer gibt es auch noch Sugar Mama.
Und ich habe mich direkt verliebt.
Nicht nur, dass der Laden mit seinen Vintage-Möbeln (die übrigens auch auf dem breiten Bürgersteig davor stehen) wunderschön eingerichtet ist.
Es gibt eine tolle Auswahl an Snacks, Mittagsangeboten und vor allem Kuchen.
Hausgemacht. Jeder einzelne. Und mein Karottenkuchen war der Hammer.
Und diese schwindelerregende Menge an Teesorten!
Und der allergrößte Pluspunkt: Das nette Team. Da fühlt man sich gleich richtig wohl, selbst wenn man mit gefühlt dem halben Städel-Buchshop Inhalt und drei weiteren Gepäckstücken die Tür hineinpurzelt.
Für ein leckeres italienisches Restaurant mit tollem Preis-Leistungsverhältnis solltet ihr dem Gioia einen Besuch abstatten.

Und für gute Burger müsst ihr Sachsenhausen dann auch nicht mehr verlassen. Die gibt es nämlich beim Burgermeister in tollen Varianten. Und dazu auch noch nach Wahl mit Laugenbun. Wer kann da schon nein sagen?!

Für die Frankfurter Küche ist übrige grüne Soße ganz typisch. Eine Soße mit verschiedenen Kräutern, gut gemacht schmeckt sie hervorragend. Dazu gibt es meist Kartoffeln.

Und auch wenn Sachsenhausen so unglaublich viel zu bieten hat, sollte man sich mal unbedingt auf die andere Mainseite wagen.
Wenn nicht für Museumsbesuche oder Sightseeing, dann auf jeden Fall, um sich einfach mal in Klein-Centralpark zu stellen und die riesigen Bankgebäude zu begutachten.
Bis bald,
Topf-Schere-Papier

 

 

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